
Hinweis: Das Gewinnerwort und neue unvergessliche Worte der Woche finden Sie unten.
Doch vorher geht es um:
Die wundersame Reise eines Frauenzimmers
Nein! Frauenzimmer ist nicht ein Zimmer in einem Frauenhaus!
Die Älteren unter uns kennen den Begriff noch als – leicht abwertende – Benennung einer Frau.
Frauenzimmern – so heißt auch ein Dorf in der Nähe meines Heimatstädtchens. Es liegt unterhalb des Schlosses Stocksberg bei Güglingen.
Jedes Wort hat seinen Ursprung und begibt sich dann auf Reisen
Im Mittelalter war das Frauenzimmer oft der einzige Burgraum, der einen Kamin besaß. Hier, im sozialen Mittelpunkt der Burg, hielten sich die Frauen auf:
In der frühen Neuzeit löste sich Frauenzimmer vom räumlichen Bezug.
Es bezeichnete dann den gesamten Hofstaat, also das Gefolge einer weiblichen Adeligen. Das konnten manchmal mehr als fünfzig Personen sein:
Wäscherinnen, Köchinnen, Ankleiderinnen, Hofdamen beispielsweise.
Erst im 17. Jahrhundert taucht Frauenzimmer dann für eine einzelne Frau auf, und zwar durchaus wertschätzend gemeint:
Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm heißt es:
Das Frauenzimmer sei „eine einzelne und zwar feine, gebildete und kultivierte Frauensperson“.
Die hochachtende Bedeutung des Worts wurde im Laufe der Zeit herabgewürdigt:
Frauenzimmer wurde eine Frau mit eher niederträchtigem, intriganten Charakter.
Bis heute schwingt in dem altmodischen Wort eine leicht abwertende Note mit.
Wechselvolle Zeitreise
Die Reise dieses Wortes führt von einem geschützten Frauenraum in den mittelalterlichen Burgen,
über den Glanz und die Gemeinschaft des Hofstaats,
hin zu einer respektvollen Würdigung einer einzelnen Frau –
bevor es in die Herabsetzung gleitet
und dann endgültig im Strom der Zeit versinkt.
Der abfällige Unterton muss sich im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt haben.
In diese Zeit fällt auch das Goldene Zeitalter der deutschen Dichter und Denker!
Wollte man sich den Geist, der da wehte, nicht mit den Weibern teilen?
Ich mache mir halt so meine Gedanken
und wünsche Ihnen ein wunderschönes Sommerwochenende
Ihre Lea Söhner
PS:
Das unvergessliche Wort der Woche:
Diese Woche haben wir gleich zwei Gewinnerworte
herzinniglich und Lichtmond
Die nächsten unvergesslichen Worte haben alle mit Frauen zu tun haben.
Diesmal sind es mehr als sieben!
Die Wahl wird auch Ihnen schwerfallen. Wählen Sie trotzdem!
Und falls Ihnen noch weitere „Frauenwörter“ einfallen, schreiben Sie sie ebenfalls in die Kommentare für nächste Woche!
Anbei:
Frauenzimmer
Weibsbild
Altweibersommer
Weiberfasnacht
Mutterwitz
Jungfrau, Jungfer
Hexe
Gevatterin (Taufpatin, Dialekt bis heute Dote, Gotte)
Mutterkorn
Wählen Sie Ihren Favoriten:
24 Kommentare
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Mutterwitz
Mein Favorit ist Hexe. Meiner Wahrnehmung nach ist dieses Wort wieder mehr positiv besetzt.
Mein Mutter sagte manchmal „ dui Ripp“, also die Rippe, als abwertende Bezeichnung für eine Frau
Altweibersommer. Das ist schönes Wetter im Herbst, schon kühl und feucht, wenn man die Spinnweben voll feinen winzigen Tröpfchen sieht. Stimmt das? Herzlich, Uschi
Altweibersommer
Ich liebe und schätze diese Zeit sehr!!!
Altweibersommer
Weibsbild
Altweibersommer
Altweibersommer
Altweibersommer – und natürlich auch Mutterkorn 😍
Weibsbild
Altweibersommer
Mutterwitz
Weibsbild
Weinsbild
Weibsbild
Ich wähle Weibsbild und Altweibersommer
Dazu fallen mir noch folgende Wörter ein: Essigmutter, Frauenschuh, Matrone
Gevatterin
Weibsbild
ein Bild von einer Frau , energetisch, bemerkenswert, wird gerne angeschaut !
hat sicher auch eine negative Abwertung im Lauf der Zeit erfahren.
Altweibersommer
Für mich ist es die Hexe: im Sinne von der, die auf dem Zaun sitzt, also in zwei Welten zu Hause ist…
Weibsbild
Hexe
Mutterwitz
Altweibersommer ist im Herbst, wenn Spinnen vermehrt ihre Netze ausbreiten, um noch viel Beute zu machen. In den Netzen bleibt der Tau hängen und wirkt so auffälliger im sonnigen milden Herbst. Damit erinnern sie an alte Gepflogenheiten, als die Alten das Spinnrad hervorholten, um nicht untätig die wärmende Sonne zu geniessen. Meistens sass man vor der Haustüre und redete mit Vorübergehenden, die sich oft noch mit aufs Bänkchen setzten. Dorfinformationen wurden so weitergegeben.