Unsere Geschichten wohnen dort, wo unsere Wurzeln sind

 

Von Selbst-Entblößung hatten wir es letzte Woche.

Und davon, wie man beim Schreiben allgemeine Gefühle erst in eigene und dann in die der Figuren verwandelt.

Aber ich wähle doch meine Geschichten und Figuren selbst.

Sie haben doch mit mir zu tun.

Das ist richtig und ich will es in drei Teilen darstellen.

Die Landkarte der Seele.

Jeder hat eine. Ich kann z.B. keinen Roman schreiben, der in Brasilien spielt, weil ich nicht einmal weiß, wie dort das Essen schmeckt.

Dagegen kenne ich den Geruch der süddeutschen Erde, im Frühjahr immer mit einem Hauch Diesel gemischt. Ich spüre jede Nuance in der Sprache und ich weiß, wie Zwiebelkuchen schmeckt.

Das Echo meiner Herkunft

Ich bin Kriegsenkelin. Diese Prägung ist wie ein ständiges Echo in mir. Das ist Selbst-Begegnung, nicht Selbst-Entblößung.

Ich bin religiös geprägt und auch wenn ich nicht mehr daran gebunden bin, fühle ich Religion in mir.

Ich leihe meiner Geschichte meine persönliche Resonanz, damit sie für andere fühlbar wird.

Das Flüstern des Unbewussten

Einem Geschwisterpaar gab ich die Namen Karl und Friederike. Erst Wochen später ist mir eingefallen, dass dies die Namen meiner Großeltern waren.

Es gibt also einen Dialog zwischen mir, der bewussten Handwerkerin, und der manchmal unbewussten Geschichtenerzählerin.

Ist das also Selbst-Entblößung?

Es ist eher eine Art seelische Archäologie.

Ich grabe in den Schichten meiner eigenen Geschichte, um universelle menschliche Schätze zu finden, die auch in anderen schlummern.

Bevor ich wie immer mit den sieben unvergesslichen Worten abrunde, hier eine kurze Ankündigung in eigener Sache:

Diese Form der Arbeit – diese seelische Archäologie – braucht nicht nur Mut, sondern auch Zeit und Stille.

Deshalb mache ich wieder für ein paar Wochen Rundbriefpause.

Ich komme wieder.

Nun zu den Worten, die heute mit der Landkarte der Seele zu tun haben, die jeder von uns hat.

Heimatgefühl: Gefühl von innerem Ankommen. Unabhängig vom Ort.

Erdverbundenheit: Die Freude an der einfachen, materiellen Welt. Wenn uns das Berühren von Holz oder das Lauschen des Windes aus dem Gedankenkarussell holt.

Wurzelkraft: Die Stärke und Stabilität, die wir aus unserer Herkunft ziehen.

Spurenlesen: Jeder wiederkehrende Konflikt ist eine Spur, die zu unserem Kern führt.

Seelenkompass: Die intuitive Stimme, die uns sagt, was „unseres“ ist und was nicht.

Schöpfungsmut: Kreativität braucht Mut, der eigenen inneren Stimme zu folgen.

Lebenskunstwerk: Das eigene Leben als einzigartiges, persönliches Meisterwerk gestalten.

Hinterlasse einen Kommentar

Meine Bücher

Sie handeln von den einfachen Menschen, von ihren Hoffnungen und Sorgen, ihren kurzen Siegen, ihren Hoffnungen und ihrer allzu oft verborgenen Liebe
... mehr erfahren

Über mich

Arbeit

Bäuerlich sind meine Wurzeln. Bauern und Bäuerinnen waren alle meine Ahnen. Ich trage es in mir, das Bauern-Dasein, die Erinnerung an den Duft der Erde
... weiterlesen

Mein Blog

Angeeignetes aus Philosophie, Musik, Poesie und Malerei. Texte über den alltäglichen Wahnsinn und dem Versuch, die eigene Mitte zu bewahren
... mehr erfahren

Der Rundbrief

Jeden Samstag ein Wort neu gesehen, ein Aha-Erlebnis oder ein Lächeln.
Abonnieren Sie meinen Rundbrief WORTE WIRKEN
... abonnieren

Nach oben