Eine spirituelle Übung namens Textarbeit

Vom mutigen Schritt auf der Schwelle, schrieb ich letzte Woche.

Diese Woche habe ich den nächsten Schritt getan.

Ich habe eine brillante Lektorin dafür bezahlt, mein Exposé und das erste Kapitel meines Romans zu lektorieren.

Ich wollte keinen Zuspruch, sondern die ungeschminkte Wahrheit.

Und sie hat geliefert:

Eine Infragestellung von Sätzen, in denen Stunden, ja Tage meiner Arbeit stecken.

Mein erster Impuls war Abwehr. Ein getroffenes „Aber das habe ich mir doch so gedacht!“.

Doch während ich durch die Kommentare las, drehte sich etwas in mir: ich erkannte plötzlich den Webfehler im ersten Kapitel meines Romans.

Jeder schmerzhafte Hinweis wurde zu einer Einladung, tiefer zu blicken.

Es wurde zu einer spirituellen Übung, getarnt als Textarbeit.

Ich bin sicher, Sie kennen das „Geschliffen-Werden“ in Ihrem Leben auch.

Sie bitten jemanden darum, Ihnen zu helfen, klarer zu sehen. Die Angst, das Gesicht zu verlieren, tritt zurück, weil Sie wachsen wollen.

Es geht darum, dem Werk zu dienen – egal ob ein Buch, eine Beziehung oder einfach nur die nächste, wahrhaftigere Version von sich selbst.

Es tut weh. Und wenn der Schmerz nachlässt, sehen wir klarer.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Ihre Lea Söhner

Dieser Prozess des Schleifens, dieses bewusste Zurückstellen des Egos, bringt seine ganz eigenen Worte mit sich.

Schleifen
Der bewusste Akt, durch Kritik und Arbeit das Beste aus etwas – oder sich –herauszuholen.

Klarheit
Das Geschenk, durch den Nebel der eigenen Vorstellungen zu blicken.

Resonanzboden
Ein Mensch, der nicht nur zurückwirft, was man hören will, sondern der zeigt, wie etwas wirklich schwingt.

Loslassen
Die schmerzhafte Entscheidung, etwas aufzugeben, um Platz für Besseres zu schaffen.

Dienen
Die Haltung, sich selbst hinter das Wohl des Werkes zurückzustellen.

Wahrhaftigkeit
Das unbedingte Streben danach, zum wahren Kern vorzudringen.

Meisterschaft
Der lange Weg, auf dem Schleifprozesse keine Bedrohung mehr, sondern eine willkommene Notwendigkeit sind.

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Sie handeln von den einfachen Menschen, von ihren Hoffnungen und Sorgen, ihren kurzen Siegen, ihren Hoffnungen und ihrer allzu oft verborgenen Liebe
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