Sieben Worte für Ihre innere Alchemie

Eine Leserin schrieb mir, sie bewundere meinen „Mut zur Selbst-Entblößung“.

Dieses Wort hat mich beschäftigt.

Auch andere glauben, in meinen Büchern etwas über mich zu erfahren. Zum Beispiel, dass ich mir vielleicht einen Mann wie meine Romanfigur Paul wünsche.

Bin das tatsächlich ich, die da aus meinen Buchseiten spricht?

Die kurze Antwort ist: Nein.

Die lange Antwort ist:

Es ist viel magischer und berührt zwei Ebenen – das WIE und das WAS.

Heute geht es um das WIE: also um die Alchemie der Gefühle.

Im nächsten Rundbrief widme ich mich dem WAS: der sehr persönlichen Wahl meiner Themen und Milieus und was diese wirklich über mich verraten.

Ich schreibe nicht über mein Leben.

Ich schreibe mit den Gefühlen des Lebens.

Es ist wie beim Kochen:

Wir verwenden Zutaten, die alle kennen: Salz, Süße, Säure, Bitterkeit.

Meine Zutaten beim Schreiben sind allgemein menschliche Gefühle:

die Angst vor dem Versagen, die Sehnsucht nach Nähe, die Wut über Ungerechtigkeit, die leise Hoffnung.

Wenn Sie also in einer meiner Geschichten eine tiefe Sehnsucht spüren, dann haben Sie nicht mein Tagebuch entdeckt.

Sie haben das Gefühl wiedererkannt, weil es auch ein Teil von Ihnen ist.

Als Autorin bin ich keine Exhibitionistin.

Ich bin eine Alchimistin.

Das bedeutet, ich muss bereit sein, selbst tief in die Gefühle einzutauchen, die ich beschreibe.

Das kostet Überwindung – das berühmte weiße Blatt Papier.

Manchmal auch schlaflose Nächte.

Aber nur so lässt sich ein ehrlicher, roher Gefühlskern in Sprache verwandeln, damit Leserinnen und Leser ihre eigene Menschlichkeit erleben können.

Es geht also nicht darum, dass Sie mich besser kennenlernen.

Es geht darum, dass Sie sich selbst fühlen.

Und das ist vielleicht die schönste Magie am Geschichtenerzählen.

Diese kleine Alchemie steht jedem von uns zur Verfügung.

Wir alle nutzen sie jeden Tag:

Aus Gefühlen – wenn wir bereit sind, sie zu erleben – wird Wahrheit.

Worte sind Werkzeuge für diese innere Alchemie.

Wählen Sie Ihr Wort der Woche:

Gefühls-Echo:
Etwas im Inneren ist in Resonanz gegangen. Ein kurzes, klares Signal. Wir wissen noch nicht, was es ist.

Gefühlsnebel
Ein Gefühl oder ein Gefühlscocktail ist spürbar, seine Konturen und sein Ursprung sind aber noch unklar.

Beobachter-Stille
Der Moment des Innehaltens und des Fühlens – ohne zu bewerten oder zu reagieren.

Klarheitsmoment

Der Augenblick, in dem der Gefühls-Nebel sich lichtet und einen Namen, eine Form oder eine Bedeutung bekommt.

Herz-Erlaubnis
Die liebevolle Entscheidung, einem Gefühl zu erlauben, einfach da zu sein, ohne es wegdrücken zu wollen.

Wesenskern
Das, was übrig bleibt, wenn Gedanken verblassen: Die reine Empfindung im Körper.

Innere Ordnung
Sie entsteht, wenn Gefühle nicht verdrängt, sondern gefühlt und verstanden werden.

Wählen Sie das Wort, das Sie diese Woche begleiten kann:

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